Einsatz von Kronen und Brücken
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Metallkeramische Verblendkrone (© Prof. Kerschbaum)Die Ummantelung eines Zahnes durch einen geeigneten Werkstoff wie zum Beispiel eine Metalllegierung, Keramik oder Kunststoff wird als Überkronung bezeichnet. Aufgabe einer Einzelkrone ist es, den Zahn wiederherzustellen und dadurch möglichst lange zu erhalten.
Kronen kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn ausgedehnte Teile eines Zahnes völlig zerstört sind. Brücken dienen dem Ersatz verloren gegangener Zähne. Anker- oder Pfeilerzahn nennt man den überkronten Zahn, der mit dem zahnersatztragenden Teil der Brücke, dem Brücken- oder Zwischenglied, verbunden ist.
Vorteile von Kronen und Brücken
Der unübertroffene Wert von Kronen und Brücken liegt vor allem darin, dass der Patient diese Art der Versorgung fast immer problemlos annimmt. Kronen- und Brücken werden wie die eigenen Zähne erlebt, nicht wie Zahn"ersatz", also eine herausnehmbare Prothese. Mit Hilfe der Brücke wird aber nicht nur die Kaufähigkeit wiederhergestellt, sondern gleichzeitig auch die Ästhetik und die Sprachfunktion eines Menschen. Mit Kronen und Brücken kann man effizient kauen, weil die Feinsteuerung des Kausystems intakt bleibt und der Zahnarzt die Möglichkeit hat, die Kauflächen eines Zahnes exakt und dauerhaft wiederaufzubauen. Ein Patient kann diese Art von Zahnersatz nicht falsch anwenden (zum Beispiel falsch einsetzen), weil der Zahnarzt die Brücke/Krone fest zementiert. Die Haltbarkeit von Kronen und Brücken ist exzellent, d.h. sie haben einen langen Gebrauchswert (im Mittel 20 Jahre). Derartig lange Nutzungsperioden sind im medizinischen Bereich selten.
Alternativen zur Behandlung mit Brücken sind:
- Implantatversorgung
- Versorgung mit einer Teilprothese
- Kieferorthopädischer Lückenschluss
- Brückeneingliederung nach bestimmten Vorbereitungsmaßnahmen
- keine Therapie
Behandlungsgründe für Kronen und Brücken
Hauptgrund für eine Überkronung ist die ausgedehnte Zerstörung von Zähnen durch Karies, vor allem dann, wenn die Möglichkeit fehlt, noch Füllungen im Zahn sicher zu verankern. Wird die gesamte natürliche Mantelschicht aus Zahnschmelz ersetzt, so spricht man von einer (künstlichen) Voll- oder Hülsenkrone; wird der Zahnschmelz nur partiell abgetragen, von einer Teilkrone. Die Übergänge zwischen Voll- und Teilkronen sowie zu den vielflächigen Gussfüllungen (Inlay, Onlay, Overlay; s. dort) sind fließend.
Indikation und Kontraindikation (Anzeige/Gegenanzeige) zur Überkronung
Hier soll kurz dargestellt werden, wann vom Zahnarzt eine Krone angewendet (Indikation) oder nicht angewendet (Gegenindikation = Kontraindikation) wird.
Indikationen für Einzelkronen können sein:
- den durch Karies und ausgedehnte (plastische) Füllungen geschwächten Zahn wiederherzustellen und dauerhaft zu schützen;
- durch Verschleiß (extreme Abkauung) oder Unfall verlorengegangene Hartsubstanz zu ersetzen;
- Entwicklungsstörungen, die seit dem Durchbruch der Zähne vorliegen, auszugleichen;
- Stellungs- und Formanomalien der Zähne zu korrigieren;
- Halte- und Stützelemente (z.B. Teleskope) für partielle oder subtotale Prothesen aufzunehmen;
- ästhetische Korrekturen vorzunehmen.
Die Anzeige zur Zahnbrücke kann bei Zahnverlust aus den verschiedensten Gründen gestellt werden (Zahnverlust wegen Karies, Zahnbetterkrankungen, Unfall, Nichtanlage u.a.).
Kontraindikationen für Kronen- und Brückenrestaurationen stellen dar:
- Defekte, die aufgrund ihrer Lokalisation und Ausdehnung noch mit plastischen Füllungsmaterialien (Amalgam, Kunststoff) versorgt werden können;
- jugendliches Alter (Ausnahmen: Adhäsivbrücke, provisorische Kronen (Krone auf Zeit), Konfektionskronen im Milchgebiss);
- Zähne mit schlechter Erhaltungsprognose;
- unzureichende Pflege durch den Patienten.
Adhäsivbrücke (© Prof. Kerschbaum)Unter einer Altersgrenze von 18 bis 20 Jahren wird heute kaum definitiver Kronen- und Brückenersatz eingegliedert. Ganz selten werden bei Jugendlichen oder Kindern zur Erhaltung der Zähne Einzelkronen benötigt (dann meist Kronen auf Zeit). Bei Zahnverlust durch Trauma oder Nichtanlage von Zähnen kommen in dieser Altersgruppe heute häufiger sog. Adhäsivbrücken zum Einsatz. Mit ihnen kann man die Übergangszeit bis zu einem definitiven Ersatz überbrücken. Adhäsivbrücken werden im Munde eingeklebt, ohne dass die Pfeilerzähne ausgedehnt präpariert (das meint: der Zahnarzt "beschleift" den Zahn) werden müssen.
Bestimmend für die Anzeige einer Einzelkrone bzw. einer Brücke sind also in erster Linie Größe und Lokalisation des entstandenen Zahndefektes in Verbindung mit der Aussicht, den gesamten Zahnbogen auf möglichst lange Sicht wiederherzustellen und möglichst dauerhaft zu erhalten.

