PSI - Der Parodontale Screening Index
Artikel
Autor: Dr. Wolfgang Bengel, Heiligenberg
Naturgesundes Gebiss in gut gepflegtem Zustand (© Dr. Bengel)Die Parodontitis (mit Gewebeverlust einhergehende Zahnbettentzündung) ist eine Erkrankung, die in der Regel nicht mit Schmerzen verbunden ist. Sie tritt meist phasenweise bei chronischem Verlauf auf und betrifft oft nicht alle Zähne gleichmäßig.
Dies führt häufig dazu, dass sie über lange Zeit unbemerkt bleibt. Die Folge: Häufig ist schon ein umfangreicher Verlust der Zahnstützgewebe eingetreten, wenn man die Parodontitis feststellt. Da mit zunehmender Schwere der Erkrankung auch deren Behandlung schwieriger wird, muss das Ziel die Früherkennung der Parodontitis sein.
Diesem Ziel dient der Parodontale Screening Index (PSI).
Was ist der PSI?
Der PSI ist eine einfache Methode, den Zustand des Zahnfleischs zu bewerten. Der Index wurde in den USA entwickelt und ist auch in Deutschland ein möglicher Bestandteil der zahnärztlichen Untersuchung.
Wie wird der Index erhoben?
Parodontalsonde zur Feststellung des PSI (© Dr. Bengel)Bei der Erhebung des Index wird das Zahnfleisch in jedem einzelnen Bereich untersucht. Dies geschieht mit Hilfe einer kleinen zahnärztlichen Spezial-Sonde. Diese hat eine spezielle Längenmarkierung und ein Arbeitsende in Form einer winzigen Halbkugel, welche das Zahnfleisch nicht nur vor Verletzungen schützt, sondern auch hilft, kleine Rauigkeiten aufzuspüren.
Die Sonde wird vorsichtig am Zahn entlang in die Zahnfleischtasche eingeführt. Dies geschieht an vier oder sechs verschiedenen Stellen jedes Zahnes. Dabei wird an diesen Stellen des Zahnes ein Befund über die Sondierungstiefe, die Blutungsneigung des Zahnfleisches und die Rauigkeiten der Zahnoberfläche erhoben.
Die möglichen Befunde sind zu Codewerten zusammengefasst. Das Gebiss ist dabei in Sextanten (je drei Bereiche pro Kiefer) eingeteilt. Pro Sextant wird jeweils nur der höchste Codewert eingetragen.
Was sagt der Index aus?
Aus den gefundenen Werten ergeben sich gewisse Konsequenzen für die Behandlung.
Ist für alle Bereiche der Code 0 ermittelt worden, ist das Zahnfleisch gesund. Die gute Mundhygiene sollte weiter aufrechterhalten werden, ergänzt durch eine Professionelle Zahnreinigung in regelmäßigen Abständen (im Normalfall zweimal pro Jahr).
Tief eingeführte Parodontalsonde in eine Zahnfleischtasche, die von außen kaum erkennbar ist (© Dr. Bengel)Wurde ein- oder mehrmals Code 1 und/oder Code 2 gefunden, ist das ein Hinweis auf eine Zahnfleischentzündung. Der Zahnarzt und sein Team werden mögliche Ablagerungen, wie Zahnbelag oder Zahnstein, von den Zahnoberflächen und aus den Zahnfleischtaschen entfernen und Instruktionen zur Verbesserung der Mundhygiene geben
Code 3 bedeutet, dass eine mittelschwere Parodontitis vorliegt. Das gesamte Gebiss wird weiter untersucht, um eine genauere Diagnose zu erstellen. Diese ist dann die Basis für entsprechende Behandlungsmaßnahmen
Entsprechendes gilt für Code 4, bei dem bereits eine schwerere Form einer Parodontitis vorliegt. Wie bei den Codes 1 und 2 ist auch bei den Codes 3 und 4 die Verbesserung der Mundhygiene eine Voraussetzung für einen dauerhaften Behandlungserfolg.
Mit dem PSI ist es möglich, bereits frühe Formen von Zahnbetterkrankungen zu erfassen und sie einer zielgerichteten Behandlung zuzuführen.

