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Zahnseide und weitere Hilfsmittel

Artikel

Zahnpflege mit Zahnseide (© Fotolia.com/Nick Freund )Neben Zahnbürsten und Zahnpasta bietet der Handel eine Vielfalt weiterer Hilfsmittel für eine gründliche Zahnpflege. Wir stellen die wichtigsten vor:

Zahnseide

Sogar bei diesem noch nicht ganz so "uralten" Produkt für die Pflege der Zahnzwischenräume ist mittlerweile das Angebot erstaunlich groß und ermöglicht eine individuelle Auswahl.

Angeboten wird Zahnseide...

  • in Form eines dünnen seidigen Fadens (daher der Name, obwohl es sich nicht um Seide, sondern um eine spezielle Kunstfaser handelt)
  • in Form von zusätzlich gewachster und glatter Zahnseide - mit und ohne Aroma (z.B. Pfefferminze, Zimt) und Fluoriden
  • in Form von plustrigen, leicht aufgerauten Fäden ("Superfloss")
  • in Form von Bändern ("tape")
  • in Form von abwechselnd dünnen, festen Fäden und dicken, aufgerauten Bereichen speziell für Zahnbetterkrankungen, aber auch für größere Zahnzwischenräume.

Wem es leichter fällt, einen fertig gespannten Faden in einem zierlichen Haltegerät durch die Zahnzwischenräume zu führen, statt einen Faden zwischen den Fingern zu spannen, findet auch solche Angebote in größerer Auswahl.

Zahnzwischenraumbürstchen

Diese Hygienehilfsmittel sind leider viel zu wenig bekannt, aber sehr nützlich. Sie erledigen die gleiche Aufgabe wie die Zahnseide, nämlich die Reinigung der Zahnzwischenräume. Aber: Das können sie meist besser als die Fäden. Viele Menschen bekommen mit den runden Bürstchen, die einem „Mini-Flaschenreiniger" ähneln, den Bereich zwischen ihren Zähnen damit deutlich sauberer.

Zahnzwischenraumbürstchen werden vor allem dann empfohlen, wenn sich ein Patient in einer Parodontal(Zahnfleisch)-Behandlung befindet. Die winzigen Borsten kommen eben noch besser an versteckte Zahnbeläge als die Zahnseide. Solche Zahnzwischenraumbürstchen gibt es in unterschiedlichen Stärken für unterschiedlich große Bereiche zwischen den Zähnen. Erhältlich sind sie z.B. in Apotheken oder in gut sortierten Drogerien.

Ehe man zugreift, ist eine Beratung beim Zahnarzt oder seiner Prophylaxehelferin notwendig: Wenn die Größe nicht die richtige ist und man nicht gelernt hat, wie man sie zwischen die Zähne führt, kann bei unsachgemäßer Handhabung leicht das Zahnfleisch verletzt werden. Möglicherweise sind sogar unterschiedliche Stärken für unterschiedliche Bereiche im Mund notwendig.

Zahnzwischenräumbürsten sind keine Wegwerfartikel, man kann das Borstenbüschel auswechseln. Allerdings sind sie zu zart und deshalb zu empfindlich, um mehrere Wochen zu halten.

Zahnhölzchen

Solche Hölzchen erinnern optisch ein wenig an "Zahnstocher" - aber das sind sie nicht wirklich, und es wird auch nicht wirklich "gestochert": Sie sind aus splitterarmem Holz, besitzen einen dreieckigen Querschnitt und sind an der Spitze so abgerundet geformt, dass sie das Zahnfleisch nicht "pieksen" und verletzen.

Manche Sorten sind mit Fluorid getränkt. Diese Hölzchen sind günstig für unterwegs, um unappetitliche Speisereste aus den Zähnen zu entfernen, reichen aber nicht in die Zahnzwischenräume und reinigen die Zähne auch nicht von Belägen. Sie sind ein zusätzliches Hilfsmittel, aber ersetzen nicht Zahnbürste und Zahnseide.

Munddusche

Manche Menschen schwören auf ihre Munddusche und fühlen sich erst danach wirklich richtig "erfrischt" im Mund - andere dagegen können den Wasserstrahl und das Kribbeln nicht leiden. Eine Munddusche ist vor allem "Geschmackssache" - sie entfernt grobe Essensreste, reinigt aber die Zähne nicht wirklich von Zahnbelägen.

Weil viele Menschen die Möglichkeiten des Gerätes überschätzen, noch einmal ganz deutlich: Eine Munddusche ersetzt nicht die Zahnbürste! Ob ein solches Gerät im individuellen Fall sinnvoll ist, hängt auch vom generellen Zustand der Mundgesundheit ab - am besten fragt man vor der Anschaffung seinen Zahnarzt.

Aber wenn der Wasserstrahl im Mund einfach nur Spaß macht, ist auch das ein akzeptabler Grund für die Anschaffung, denn in der Regel schadet die Munddusche nicht, und: Mundpflege ist ja nicht nur Pflicht, sondern soll auch ein gutes Gefühl vermitteln und im besten Fall sogar Spaß machen!

Glas mit Mundspül-Lösung steht neben Zahnseide und Zahnbürste (© iStockphoto.com/Birgit Reitz-Hofmann)

Mundspülungen und Mundspül-Lösungen

Die Bezeichnung klingt sehr ähnlich, aber es geht um unterschiedliche Produkte: Mundspülungen dienen der Frische und Hygiene, liefern einen appetitlichen Geschmack und spülen grobe Essensreste weg.
Mundspül-Lösungen sind Medikamente, vor allem antibakterielle, die besonders bei Zahnfleischerkrankungen zur Bekämpfung der Bakterienbesiedelung in Zahnfleischtaschen eingesetzt und bei entsprechender Indikation vom Zahnarzt verschrieben werden.
Ausführliche Informationen zu Mundspülungen finden Sie hier.

Zungenschaber

Zur Zeit noch etwas "exotisch" sind sogenannte Zungenschaber, die genau das tun, was ihr Name vermuten lässt: Sie entfernen Beläge von der Zunge. Untersuchungen haben ergeben, dass solche Beläge häufig für anhaltenden Mundgeruch (Halitosis) verantwortlich sind - die für die Entfernung solcher Beläge entwickelten Zungenschaber entfernen sie schonend.

Zahnputz-Uhr

Das ist kein Gerät zum Zähneputzen, aber trotzdem nützlich: Eine solche kleine Sanduhr zeigt an, wann die empfohlene Putzzeit von rund 3 Minuten vorbei ist. So lange dauert es mindestens, bis man alle Zähne im Ober- und Unterkiefer von allen Seiten und dazwischen sauber geputzt hat.

Eine derartig intensive Zahnputz-Aktion ist einmal täglich, vor dem Schlafengehen, ausreichend. Drei Minuten ist auch in etwa die Zeit, die die Fluoride in der Zahnpasta benötigen, um sich in den Zahnschmelz einzulagern - wer zu früh "fertig" ist, verschenkt diese starke Hilfe! Auch Kinder lieben die Zahnputzuhr - sie ist vor allem in Apotheken und gutsortierten Drogeriemärkten erhältlich.

Kaugummi

Eine Sonderrolle spielt das Kaugummi: Zahnärzte empfehlen nach Mahlzeiten, wenn man sich nicht die Zähne putzen kann, das Kauen von zahnfreundlichen (also zuckerfreien) Kaugummis.

Aber nicht, weil das Kaugummi selbst für sauberere Zähne sorgt, sondern weil beim Kauen über eine längere Zeit eine größere Menge Speichel produziert wird. Und der spült einerseits gröbere Beläge von den Zähnen weg, hilft aber auch, die zahnschädigende Säure im Mund zu neutralisieren, die vor allem durch zuckerhaltige Nahrungsmittel entstanden ist.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss:

Wenn Sie irgendwelche Fragen zur Zahn- und Mundhygiene haben und wenn Sie vor allem wissen wollen, mit welchen Hilfsmitteln man die besten Ergebnisse erzielen kann, fragen Sie Ihren Zahnarzt. Denn je nach Ihrer speziellen Mund- und Gebisssituation wird Ihr Zahnarzt einen auf Sie abgestimmten Ratschlag geben.

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