Kieferorthopädische Erwachsenenbehandlung
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Nur bei wenigen Zahnstellungs- und Kieferanomalien kann wegen eines nicht zu verhindernden ungünstigen skelettalen Wachstums eine konservativ-kieferorthopädische Therapie im Kindesalter nicht erfolgreich durchführbar und erst nach Abschluss des Wachstums im Sinne einer kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Kombinationstherapie indiziert sein (z.B. bei ausgeprägter Progenie, skelettal offenem Biss etc.).
Korrektur einer fehlerhaften Unterkieferlage (Bild links: vorstehender und nach rechts verlagerter Unterkiefer) durch eine kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie, © Prof. Schopf
Auch präprothetische kieferorthopädische Maßnahmen können im Erwachsenenalter - unmittelbar vor der prothetischen Versorgung - sinnvoll sein.
Bei Patienten mit Kiefergelenkbeschwerden oder Funktionsstörungen der Kau- und Gesichtsmuskulatur ist eine kieferorthopädische Therapie im Erwachsenenalter indiziert, wenn durch sie eine Möglichkeit besteht, eine Besserung oder sogar Heilung dieser Beschwerden zu erreichen.
Häufig ist eine kieferorthopädische Therapie erwachsener Patienten - von den genannten Ausnahmen abgesehen - als eine im Kindesalter versäumte oder als Zweitbehandlung anzusehen. Grundsätzlich lassen sich aber auch bei erwachsenen Patienten viele Zahnstellungsfehler mit guten Aussichten auf einen bleibenden Erfolg korrigieren. Zu beachten ist dabei besonders der Zustand des Zahnhalteapparates und die altersbedingt eingeschränkte biologische Gewebereaktion. Auch schränkt das Fehlen von Wachstum und die bei manchen Patienten bereits reduzierte Zahnzahl die therapeutischen Möglichkeiten ein, was häufig interdisziplinäre Behandlungskonzepte zusammen mit Fachvertretern anderer Disziplinen der Zahnheilkunde (Prothetik, Parodontologie, Chirurgie u.a.) erfordert.

