Elektronische Arbeits­unfähig­keits­bescheinigung

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ermöglicht die digitale Übermittlung von Arbeitsunfähigkeitsdaten aus Zahnarztpraxen an die gesetzlichen Krankenkassen. Die Übermittlung erfolgt sicher über die Telematikinfrastruktur (TI) mithilfe des Dienstes Kommunikation im Medizinwesen (KIM).

Wofür wird die eAU genutzt?

Mit der eAU können Zahnarztpraxen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen digital an die Kran-kenkassen übermitteln. Die Arbeitgeber erhalten die benötigten Informationen nicht mehr von den Versicherten, sondern rufen diese bei der jeweiligen Krankenkasse elektronisch ab.

Das benötigt man für die eAU

Technik für den TI-Anschluss
Für die digitale Übermittlung von eAU ist ein TI-Anschluss Voraussetzung.

So funktioniert das Ausstellen einer eAU

eAU erstellen

Der Zahnarzt stellt die Arbeitsunfähigkeit (Erst- oder Folgebescheinigung) fest und erfasst die erforderlichen Angaben im Praxisverwaltungssystem (PVS). Die eAU wird digital im PVS erzeugt. Für die Angabe der Diagnosen stellt das Praxisverwaltungssystem (PVS) verschiedene Auswahlkataloge bereit, aus denen mittels Schlagwortsuche die Diagnose für die Arbeitsunfähigkeit ausgewählt werden kann:

  • Gesamtkatalog des ICD-10 (systematisches und alphabetisches Verzeichnis),
  • verkürzter Auswahlkatalog zahnmedizinisch besonders relevanter Codes zur Kodierung von AU-begründenden Diagnosen des ICD-10 (erstellt durch KZBV),
  • individualisierbare Überleitungshilfe für die Umsetzung von bisher verwendeten Freitextdiagnosen in ICD-10 Kodierungen für Zahnärzte (erarbeitet durch KZBV),
  • Favoritenliste der vom Zahnarzt am häufigsten benutzten ICD-10-Diagnosen.

Die ausgewählte Diagnose wird in Form des ihr zugeordneten ICD-10-Codes in die eAU übernommen. Für die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit genügt die Angabe nur einer Diagnose.

eAU signieren

Vor dem Versand wird die eAU mit dem elektronischen Heilberufsausweis (HBA) des ausstellenden Zahnarztes qualifiziert elektronisch signiert (QES). Die eAU können einzeln oder als „Paket“ (Stapelsignatur) signiert werden, etwa am Ende des Arbeitstages. Sollte eine QES aus technischen Gründen oder aus anderen Gründen, die nicht in Ihrer Verantwortung liegen, nicht möglich sein, kann die eAU auch mit dem elektronischen Praxisausweis (SMC-B/SM-B im TI-Gateway) signiert werden.

eAU versenden

Die Übermittlung von eAU-Daten an die Krankenkasse erfolgt tagesaktuell, mindestens einmal täglich, via KIM. Eine Zustellbestätigung der Krankenkasse erfolgt automatisch.

Ausdruck für den Patienten

Patienten erhalten weiterhin einen Papierausdruck der AU für ihre Unterlagen. Der Ausdruck (eine Ausfertigung für den Patienten, eine Ausfertigung für den Arbeitgeber, die aber beim Patienten zur Dokumentation verbleibt) wird vom PVS anhand eines sog. Stylesheets generiert, so dass kein spezielles Formular in den Drucker eingelegt werden muss. Die Papierausfertigung muss vom ausstellenden Zahnarzt unterschrieben werden.

Abruf durch den Arbeitgeber

Die Krankenkasse stellt die Daten dem Arbeitgeber elektronisch zum Abruf bereit. Die Beschäftigten müssen ihren Arbeitgeber lediglich über die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer informieren.

FAQ – Häufige Fragen und Antworten

Einführung der verpflichtenden ICD-10 Kodierung von AU-begründenden Diagnosen

Mit dem Start der Umsetzung der eAU zum 1. Oktober 2021 gab es auch inhaltliche Neuerungen für die vertragszahnärztlichen Praxen bezüglich der Angabe von AU-begründenden Diagnosen auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Ab die­sem Datum sind Vertragszahnärztinnen und Vertrags­zahnärzte verpflichtet, die im Rahmen der Aus­stellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung anzu­gebenden Diagnosen in Form einer Kodierung nach der aktuell gültigen ICD-10 GM gemäß § 295 Abs. 1 Satz 2 SGB V vorzunehmen. Entsprechende Praxishilfen und weitergehende Hinweise zur ICD-Kodierung für die eAU finden Sie hier zum Download:

Informationen zur Komfortsignatur

Damit nicht für jede einzelne eAU der E-Zahnartzausweis in ein Kartenterminal gesteckt und die dazugehörige PIN eingegeben werden muss, gibt es das Angebot der Komfortsignatur. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Piktogramme wurden mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt (DALL-E, LOGO).